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ICAP Charity Day 2009

Gelungener Start für Hospizdienst-Verein

Friedrichsdorf (jas). Besser hätte das Jahr für den gerade erst gegründeten Verein „Hospizdienst Friedrichsdorf“ gar nicht beginnen können. „Das ist schon ein Höhepunkt“, sagt Schriftführerin Christine Doll, und auch die Vorsitzende Dr. Almut Seidel sowie Schatzmeister Detlef Henning freuen sich über die Wertschätzung ihrer ehrenamtlichen Arbeit, die durch einen hohen Betrag Ausdruck findet.

Scheckübergabe

Einen Scheck über 10 000 Euro überreichte Robert T. Hempkin, einer der Geschäftsführer der deutschen Niederlassung des englischen Wertpapier- und Derivatemaklers ICAP, jetzt dem Verein. Das Geld erleichtert dem Hospizdienst, der aus dem Bürgerselbsthilfeverein „Wir Friedrichsdorfer“ hervorgegangen ist und seit 18. November 2009 auf eigenen Beinen steht, den Start erheblich. Und das Beste: Schon jetzt signalisierte Börsenexperte Hempkin, dass ICAP-Frankfurt – sollte die wirtschaftliche Lage es weiterhin zulassen – die Sterbebegleiter auch 2010 unterstützen wolle. „Normalerweise halten wir den Vereinen die Treue. Und das wollen wir auch in diesem Fall so machen.“

Für den Friedrichsdorfer Verein und seine 27 Ehrenamtlichen bedeutet die Spende Hempkins einen großen Schritt in Richtung des gesetzten Ziels. „Um für ein Jahr fest planen zu können, brauchen wir zwischen 35 000 und 40 000 Euro. Ohne größere Spenden schaffen wir es nicht, diesen Betrag zusammenzubekommen“, sagt Henning. Allein 25 000 Euro müsse man pro Jahr für die Einstellung einer festen Kraft rechnen. Und genau das will der Vorstand, zu dem außer Almut Seidel, Detlef Henning und Christine Doll auch die stellvertretende Vorsitzende Gisela Mischke sowie die Beisitzerinnen Ulrike Lohmar und Beate Richter gehören. Vereinsziel ist es, eine Palliativ- Fachkraft halbtags als Koordinatorin einzustellen. Auch an eine Erweiterung des Angebots ist gedacht.

Bei der Finanzierung helfen soll zum einen ein Zuschuss aus öffentlichen Kassen. „Finanzschwache und ambulante Hospizinitiativen“, so heißt es in den Unterlagen, können einmalig gefördert werden und eine Anschubfinanzierung in Form einen Zuschusses in Höhe von 10 000 Euro oder als zinsloses Darlehen in Höhe von 15 000 Euro erhalten. „Noch haben wir keinen Antrag gestellt, aber wir wollen das tun“, sagt Henning. Zum anderen besteht die Möglichkeit, Geld von den Krankenkassen zu erhalten. „Hier liegt die Messlatte allerdings hoch“, so Henning. So müsse der Hospizdienst mindestens 15 qualifizierte Ehrenamtliche beschäftigen, ein Jahr bestehen und Supervision anbieten, was in Friedrichsdorf der Fall ist.

Alle Ehrenamtlichen haben ein einjähriges Training für Hospizhelfer absolviert. Zudem besuchen sie Supervisions-Sitzungen bei der Psychologin Dr. Bettina Gorissen. Derzeit begleiten die Mitglieder 30 schwerstkranke Menschen bis zu ihrem Lebensende und kümmern sich auch um die Angehörigen. Einzige Bedingung, die der Verein noch nicht erfüllt, ist die Einstellung einer festen Kraft. „Wenn sie da ist, würden gute Chancen bestehen, den Zuschuss zu erhalten“, meint Henning. Darüber hinaus hat die Stadt Friedrichsdorf einen Zuschuss in Aussicht gestellt. Von der Arbeit des Vereins zeigte sich der gebürtige Schotte Hempkin, der schon seit 30 Jahren in Friedrichsdorf lebt, sehr angetan. „Wir werden alle immer älter. Die Sterbebegleitung ist ein Thema, das jeden angeht“, sagt er. Seit fast 20 Jahren unterstützen die 28 Niederlassungen der Firma ICAP, die auf der ganzen Welt verteilt sind, Hilfsorganisationen in ihrer Nähe. Das Spendengeld wird am so genannten Charity Day zusammengetragen, der traditionell immer am zweiten Mittwoch im Dezember stattfindet. „Alle Provisionen und Einnahmen dieses Tages werden gespendet“, erklärt Hempkin. 2009 seien das insgesamt 260 000 Euro gewesen.

Seit drei Jahren profitiert zum Beispiel der Verein „Patenschaften für Tschernobylkinder Bad Homburg“ von den Einnahmen der Frankfurter ICAP-Niederlassung am Charity Day. Unterstützt wurden darüber hinaus in den vergangenen Jahren zum Beispiel die Kieler Tafel, „pro interplast“ in Seligenstadt, die Shanti Leprahilfe sowie Arque, die Arbeitsgemeinschaft für Querschnittsgelähmte. „Wir wollen unsere Hilfe weit streuen und sowohl etwas für Kinder als auch für Ältere tun“, sagt Hempkin.

Wer dem Beispiel des Finanzdienstleisters folgen und ebenfalls den Hospizdienst unterstützen möchte, kann dies auf verschiedenen Wegen tun. Zum einen werden noch immer Ehrenamtliche gesucht, die mitarbeiten. „Wer Interesse hat, sollte mindestens 18 Jahre alt sein und Zeit haben. Ganz wichtig sind das Interesse am anderen Menschen und die Bereitschaft, sich mit dem Thema Tod auseinandersetzen zu wollen“, sagt Beate Richter. Alle Mitarbeiter werden ein Jahr lang auf ihren Einsatz vorbereitet. Auch Spenden auf das Konto bei der Taunus-Sparkasse (BLZ 512 500 00, Kontonummer 20029994) sind sehr hilfreich. Weitere Informationen gibt es bei Beate Richter unter Tel. 06172-398771.

Quelle: Friedrichsdorfer Woche vom 4.2.2010