NachrichtenICAP Charity Day 2009Scheckübergabe an die Shanti Leprahilfe
Zu Besuch in NepalNepal ist bekanntermaßen weit weg. Trotzdem unternehmen die Freunde und Förderer des Shanti-Projekts regelmäßig Reisen dorthin, um zu sehen, wie die Hilfe funktioniert – und wo sie aufgestockt werden muss. Die jüngste Bilanz fällt positiv aus. Köppern. Bereits zum dritten Mal stand das Hilfsprojekt «Shanti Sewa Griha» in Nepal auf der Spendenliste von Robert Hempkin aus Friedrichsdorf. Der Chef der Firma ICAP erhielt nun einen genauen Bericht über die Verwendung der Spende in Höhe von immerhin 5000 Euro. Markus Schneider, Regionalsprecher von Shanti im Rhein-Main-Gebiet und Mitglied der Künstler-Kolonie- Hochtaunus in Friedrichsdorf, hatte das Shanti-Dorf in Kathmandu besucht und frische Bilder und Eindrücke mitgebracht. Großer Fortschritt«Seit meinem letzten Aufenthalt vor zwei Jahren hat sich ernorm viel verändert», erzählt er. Ein Teil der Spende wurde für den Neubau eines Krankenhauses verwendet, da die alte Station völlig aus den Nähten platzte. Der Umzug in den Neubau habe bereits stattgefunden. «Dadurch verfügen die Werkstätten jetzt über wesentlich mehr Raum und neue Arbeitsplätze konnten geschaffen werden.» In der Papierwerkstatt arbeiten Drucker und Maler, die Karten und Bücher herstellen oder Truhen kunstvoll bemalen. Es gibt eine Gruppe Buchbinder, die alle Buchbinde- und Kartonage-Arbeiten ausführen. Der dritte Bereich umfasst die Herstellung von unterschiedlichen Papiersorten. Dort ist es laut Schneider jetzt gelungen, die Schneidefestigkeit der Papiere aus Seidenresten zu erhöhen und das Reisstrohpapier fast ohne chemische Zusätze tintenfest zu machen. Auch die Gruppe der Papierschöpfer ist in den Räumen untergebracht. «Es haben sich auch gleich zwei Buchbinder an die Arbeit gemacht, und einige Bücher mit traditionellen Motiven als ,Dhanyabad‘ – Dankeschön – zu binden, die habe ich bereits bei Herrn Hempkin abgeliefert», erzählt Schneider. Vor zwei Jahren hatte der studierte Grafiker und Bildhauer Schneider eine von ihm entwickelte Presse und dazugehörige Schöpfrahmen im Shanti-Dorf installiert. Diese kann außer Reisstroh-, Lokta- und Recyclingpapier jetzt auch Papier aus Seidenresten herstellen, die in der benachbarten Schneiderei anfallen. «Die Arbeiter zeigten mir stolz die wunderschön bemalten Karten mit traditionellen Motiven und Malweisen. Die sind auf dem nepalesischen Papiermarkt nicht zu finden und werden gute Einnahmen bringen», so Schneider. Eine weitere gute Nachricht brachte der engagierte Helfer aus Kathmandu mit. Der britische Sender BBC hat in seinem Projekt «World Challenge 2009» «Shanti Sewa Griha» von über 700 Organisationen weltweit unter die ersten zwölf gewählt. In einer Internetabstimmung erreichte der Hilfsverein den dritten Platz. Das damit verbundene Preisgeld wurde zu hundert Prozent in den Neubau der Klinik eingebracht. Heute ein richtiges DorfDie «Shanti Leprahilfe Dortmund» hatte gemeinsam mit dem nepalesischen Verein «Shanti Sewa Griha» im Juni 1992 einen Hilfsverein gegründet. Sieben nepalesische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen betreuten 34 Leprapatienten. Heute ist Shanti, das übersetzt «Frieden» heißt, ein 3000 Einwohner zählendes Dorf mit Eigenversorgung, in dem es Krankenhaus, Hospiz, Schule, Kindergarten, Werkstätten, Armenküche, Schneiderei, Reis- und Gemüseanbau gibt. Hier finden Arme, Kranke, Waisen und Ausgestoßene Aufnahme und nennen es «Insel der Hoffnung». Weitere Infos im Internet unter: www. shanti-leprahilfe.de. © 2010 Taunus Zeitung - 29.07.2010
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