NachrichtenICAP Charity Day 2009Tschernobyl-Kinder kommenArbeitskreis „Gebt den Kindern eine Chance" lädt Kinder aus verstrahltem Gebiet ein.Eine 10000-Euro-Spende macht's möglich: Im Sommer können wieder Tschernobyl-Kinder zur Erholung in den Taunus kommen.
Und nächstes Jahr wird sogar gefeiert. Friedrichsdorf. Bereits zum 19. Mal lädt der Arbeitskreis „Gebt den Kindern eine Chance" Kinder und Jugendliche aus den kontaminierten weißrussischen Bezirken um Jelsk und Walawsk (zirka 80 Kilometer von 'Tschernobyl entfernt) ein. „In der Zeit von Anfang Juni bis Anfang Juli kommen 35 Kinder und 4 Betreuer zu uns nach Friedrichsdorf, Usingen und Wehrheim, die offiziellen Einladungen sind in Weißrussland genehmigt worden", erzählt Ernst Sichart. ![]() Der Erlass der weißrussischen Regierung vom vorigen Jahr, dass keine Kinder über 14 Jahre mehr ins Ausland reisen dürften oder nach dreinmaligem Auslandsaufenthalt keine Genehmigung mehr erhalten, ist gelockert worden, jedoch „man weiß nie ganz genau, ob wie der Erschwernisse kommen", so Sichart. Auf jeden Fall sei die Freude bei den eingeladenen Kindern riesengroß. „Sie schwärmen jetzt schon vorn Schwimmbad und den vielen Ausflügen. Und einige ,Wiederholungskinder` freuen sich auf das Wiedersehen mit liebgewordenen Freunden. Und alle hoffen natürlich auf gutes Wetter." Am 26. April 1986 kam es als Folge einer Kernschmelze und Explosion im Kernreaktor Block 4 bei Prypjat/ Ukraine, damals ukrainische Sowjetrepublik, zu einem „Supergau", der als die schwerste nukleare Havarie und als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten gilt. Die Folge war eine radioaktive Verstrahlung, die sich über weite Teile Europas verteilte, besonders jedoch den Süden der damaligen weißrussischen Sowjetrepublik, heute Belarus, betroffen hat. Krebsleiden Andere aktuellere Katastrophen lassen das Reaktorunglück zwar in den Hintergrund treten. Dennoch werde die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten aufgrund der langen Halbwertszeiten der freigesetzten Substanzen noch über viele Jahrzehnte zu leiden haben. Die Menschen seien auf Selbstversorgung aus clem eigenen Garten angewiesen, doch das ende wieder in dem fatalen Kreislauf der Strahlenbelastung. Der Anstieg von Schilddrüsenkrebs und Leukämie sowie Fehlbildungen an Gliedmaßen und Organen sei deutlich sichtbar. Besonders für Kinder sei es wichtig, sich in unverstrahlten Gebieten bei gesunder Ernährung zu erholen und das Immunsystem zu stärken. Der Aufenthalt in Friedrichsdorf stärke die Kinder nach gesicherten medizinischen Erkenntnissen wieder für ein Jahr, so Sichart. Finanziert wird der Aufenthalt in Friedrichsdorf durch Spendengelder von Vereinen, Betrieben, Stiftungen, Privatpersonen, aus Kollekten, Kleiderbasaren sowie Sachspenden von ortsansässigen Firmen und der Stadt. Eine Mitarbeiterin der evangelischen Kirchengemeinde spendet seit Jahren ihr Gehalt für das Projekt. Bereits zum fünften Mal überreichte Robert Hempkin, Geschäftsführer der deutschen ICAP in Frankfurt, jetzt einen Spendenscheck. ,Wie schon im letzten Jahr können wir mit diesen 10000 Euro den wesentlichen Teil des Aufenthaltes bezahlen. Darunter Buskosten, Gebühren und Verpflegung. Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen," sagte Pfarrer Peter Lehwalder. Zum Arbeitskreis gehören zurzeit: Pfarrer Peter Lehwalder, Ursula Zenser, Angelika Müller, Gerda Knab, Helmut Fremercy, Dieter Banzer, Dr. Franz-Peter Stevens, Manfred Schmidt und Ernst Sichart. Der im vorigen Jahr verstorbene August Ludwig Etzel fehlt den Mitgliedern sehr, noch sind sie auf der Suche nach einem Nachfolger. Im nächsten Jahr will der Arbeitskreis sein 20-jähriges Bestehen feiern. Und er sucht bereits für 2011 Gasteltern. Informationen gibt es im Gemeindebüro, Saalburgstraße, Telefonnummer (0 61 72) 77 76 60 und bei Ernst Sichart, Telefonnummer (0 61 72) 77 83 42. Quelle: Taunus Zeitung vom 5.3.2010
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